Monster Magnet: 16. Februar 2014 im FZW Dortmund

Monster Magnet: 16. Februar 2014 im FZW Dortmund

CAM00793Seit einem knappen Vierteljahrhundert sind Monster Magnet nicht kleinzukriegen. Um ihr anstehendes Jubiläum angemessen zu feiern, kommt das Quintett im Januar auf Deutschlandtour – inklusive ihrem neuen, elften Album „Lost Patrol“ in der Reisetasche.
Auf ihren vergangenen Touren haben Monster Magnet ihr Publikum wieder in die 90er-Jahre zurückversetzt – die Band spielte bei den damaligen Auftritten ihre vor rund 20 Jahren erschienenen Platten „Dopes To Infinity“ und „Spine Of God“ in voller Länge. Das ändert sich jetzt, denn aus der Vergangenheit nimmt die Rock-Formation ihre Anhänger mit ihrem neuen Album „Lost Patrol“ mit sich in die „Retro-Zukunft“, wie Sänger Dave Wyndorf es ausdrückt.

Nicht nur die Feuertaufe des im Oktober erscheinenden Albums wird auf den Bühnen in ganz Deutschland gefeiert, sondern auch das 25-jährige Bestehen der Band. Deshalb begeben sich Monster Magnet aus New Jersey im kommenden Frühjahr auf ihre nächste Tour und wir holen sie für einen Zwischenstopp in das Dortmunder FZW. Dort werden sie zeigen, dass sie immer noch genau so kraftvoll und unverwüstlich auf der Bühne stehen, als wären die vergangenen zweieinhalb Jahrzehnte vollkommen spurlos an ihnen vorbeigegangen.

Meinung zum Konzert:

Es gibt wenige Bands, die nach einem Vierteljahrhundert immer noch faszinieren und sowohl live als auch im Studio überzeugen können. Dave Wyndorf und seine Band Monster Magnet, ein Name, der sich auf ein amerikanisches Spielzeug der 60er Jahre bezieht, sind solch eine Band. 1989 in New Jersey gegründet gelang es ihnen über die Jahrzehnte, trotz so mancher kreativer und persönlicher Veränderung ihrem Stil treu zu bleiben und einen ehrlichen und authentischen Stonerrock zu zelebrieren, der einem gerade bei ihren Liveauftritten die Luft aus den Lungen p1392582056652resst. Auch wenn sie sich stilistisch deutlich an Bands wie Amon Düül oder MC5 orientieren, haben sie einen ihnen eigenen Stil entwickelt, der unverwechselbar ist.

Nach wie vor zeigen sie eine hohe Touraktivität, wobei sie in den letzten Jahren teils durch thematisch strukturierte Konzerte auffielen, bei denen sie beispielsweise komplette Alben (Dopes to Infinity und Spine of God) in ihrer Tonträger-Reihenfolge live spielten. Im Oktober 2013 erschien dann das aktuelle, elfte Studio-Album „Lost Patrol“, welches die bewährte Mischung aus psychedelischem Space- und klassischem 70er Jahre-Hard Rock beinhaltete. Trotz des Ausstiegs des langjährigen Bassisten Jim Baglino entschied man sich, mit diesem Album auf Tour zu gehen. Eine Station sollte das Dortmunder FZW sein. Präsentiert von VISIONS begann der Abend mit der japanischen Doom-Metal Band Church Of Misery, die einen zwar etwas eintönigen aber ziemlich druckvollen, etwa einstündigen Support lieferten. Dann ging es glücklicherweise beinahe nahtlos mit dem Headliner weiter. Monster Magnet gelang es direkt mit dem Einstieg, das restlos ausverkaufte FZW zum kochen zu bringen. Psychedelische Bühnendekoration mit passenden, Epilepsie fördernden Lichteffekten in Verbindung CAM00790mit einem sauber abgemischten Sound ließen nicht nur das Bier im Becher vibrieren sondern entführten das Publikum direkt in andere Sphären. Man sieht Frontmann Dave Wyndorf seine aufreibende Vergangenheit deutlich an, beginnt er jedoch zu singen, ist all das vergessen und man merkt ihm weder sein Alter noch seinen körperlichen Raubbau an. Viel mehr lässt man sich von seiner Bühnenpräsenz und der markanten Stimme in Verbindung mit dem sichtlichen Spaß, den er beim Dortmunder Auftritt hatte, mitreißen. Viel persönlicher Kontakt zum Publikum, eine hohe Spiellaune und eine bunt gemischte Palette an alten und neuen Songs machten den Abend zu einem wirklich gelungenen Konzert, bei dem sich neues Material und die Klassiker wunderbar ergänzten! Ich hoffe, dass sie uns auf diesem Niveau noch lange erhalten bleiben werden!

Christian Funke-Smolka