Tante Polly - Hitzefrei (billboardmcSmusic)

Tante Polly – Hitzefrei (billboardmcSmusic)

„Tante Polly macht hitzefrei“

Die „erwachsenen Jungs aus der Großstadt“ von TANTE POLLY singen Lieder, die direkt aus Männerherzen sprechen. Die drei Musiker Dominik Dittrich (Klavier, Gitarre, Akkordeon und Gesang), Sebastian Strehler (Schlagzeug, Gitarre und Gesang) und Benjamin Leibbrand (Saxophon, Klarinette und GesangCover) mischen Songwriter Blues, alten Jazz, Chanson, Rock und Soul zu einem Gute-Laune-Sound mit Tiefgang.

TANTE POLLY kommen aus Hamburg-St. Pauli und stammen ursprünglich aus Schleswig-Holstein und der niedersächsischen Provinz. Früher frönten sie dem Jazz und waren einfache und glückliche Jungs. Dann verbrachten sie viel Zeit mit Schnaps, alten Schallplatten und Frauen; brachen sich dabei hier und da mal die Nase, einen Zacken aus der Krone und immer wieder das Herz.

Ihre neue Platte ist noch abwechslungsreicher geworden, schwappt von bittersüßen Klavierballaden über Ska und Hotjazz bis hin zu Funk und grotesk komischem, morbidem Schlager. Vor allem fällt auf, dass sie eine gehörige Portion ihrer Spielfreude von den Konzerten mit auf das Album gebannt haben. „Tante Polly macht hitzefrei“ ist extrem tanzbar und „groovt mitunter wie Schwein“. (Zitat: Vito Ronconi, Keyboarder mit zwei linken Händen, vermutlich aus Norditalien)

Web: http://www.tante-polly.com/

Meinung zur Veröffentlichung:

Wenn sich drei Männer aus St. Pauli nach einer Figur aus Tom Sawyer benennen, sich zudem als erwachsene Jungs aus der Großstadt bezeichnen und das Plattencover eine im Namensschriftzug eingebundene Sonne beinhaltet und sie dann auch noch im Februar hitzefrei machen, dann erregt das schon ein wenig meine Aufmerksamkeit. Wenn dann auch noch die Musik so viel Herzblut und die Texte dermaßen rotzigen Intellekt besitzen, dann kann es passieren, dass ich eine CD mehrmals hintereinanderweg hören muss, weil ich es in meiner Begeisterung einfach nicht glauben kann.

Tante Polly

Tante Polly

Mir war, ich gebe es zu, die Band bis dato kein Begriff, was ich nun ein wenig bereue. Aber für einen Erstkontakt ist es ja bekanntlich nie zu spät. Somit steige ich nach dem Erstling „Herzkotze“ eben nun erst mit dem Nachfolger ein, der etwas schafft, was ich schon lange nicht mehr hatte: ich lausche den dreizehn Tracks völlig konzentriert… Denn die drei Musiker Dominik Dittrich (Klavier, Gitarre, Akkordeon und Gesang), Sebastian Strehler (Schlagzeug, Gitarre und Gesang) und Benjamin Leibbrand (Saxophon, Klarinette und Gesang) mischen hier auf eine furios-virtuose Weise Stile, die trotz ihrer Gegensätzlichkeit plötzlich wie füreinander geschaffen zu sein scheinen. Extrem groovig und tanzbar, dann wieder melancholisch, wehleidig aber immer mit Herz und Verstand. Hier trifft der Swing der 20er auf den frühen Ska, man mischt fluffig Schlagerelemente mit Jazz, Chanson mit Rock und krönt diese bunte Mischung mit einem Sahnehäubchen Funk! Ist schon geil genug, wird aber veredelt durch die Texte, die sich teils beschwingt, teils schwermütig mit den Dingen des alltäglichen Lebens auseinandersetzen. Mal (selbst-)ironisch, dann wieder schwarzhumorig, mal bissig, mal zärtlich, aber immer intelligent und pointiert macht die Musik von Tante Polly Spaß! Wer sich gerne musikalisch abwechslungsreich überraschen lassen möchte, die Emotionspalette von bittersüß bis überschäumend nicht scheut und Lust auf hitzefrei hat, der kommt an Tante Polly nicht vorbei. Aber Achtung! Hohe Suchtgefahr!!!

Christian Funke-Smolka