"Kommissar Wallander" mit Sir Kenneth Branagh +++Staffel 1+++ (Edel Motion)

„Kommissar Wallander“ mit Sir Kenneth Branagh +++Staffel 1+++ (Edel Motion)

Regie: Philip Martin, Niall MacCormick

Darsteller: Kenneth Branagh, Sarah Smart, Sadie Shimming, Tom Hiddleston, Richard McCabe

Kommissar Kurt Wallander untersucht eine Reihe rätselhafter Verbrechen und scheinbar motivloser Morde in den vermeintlich friedlichen Orten in und um Ystad im schönen Südschweden. Was verbindet den schockierenden Selbstmord einer jungen Frau und den brutalen Mord an einem Regierungsminister? Gibt es einen Zusammenhang zwischen einem erschlagenen Taxifahrer und dem vermeintlichen Herzinfarkt eines IT-Experten? Und gelingt es Wallander, den Mörder seines Kollegen zu stellen, bevor dieser ein weiteres Mal zuschlägt? Während er dabei überraschende und bisweilen schockierende Wahrheiten ans Licht bringt, muss sich der unvollkommene, aber zutiefst menschliche Kommissar auch seinen ganz persönlichen Dämonen stellen.

© Edel Motion

Meinung zur Veröffentlichung:

Der zeitlose Kommissar kehrt zurück

Neuauflage der Wallander-Verfilmungen mit Kenneth Branagh

Kommissar Wallander scheint zeitlos zu sein. Die in zig Sprachen übersetzten Romane des schwedischen Autors Henning Mankell begeisterten bereits in den 1990er Jahren Leser aus aller Welt. Es folgten deutsch-schwedische Co-Produktionen fürs Fernsehen mit dem Schauspieler Rolf Lassgard in der Rolle des stets an der Schlechtigkeit der Welt und der Menschen leidenden Kommissars aus Ystad. Zehn Jahre später folgte eine Neuverfilmung durch die BBC – diesmal mit dem schottischen Shakespeare-Darsteller Kenneth Branagh. Nun, zwölf Jahre nach der Erstveröffentlichung legt Edel Motion diese Reihe als DVD neu auf und schließt damit eine Lücke, da es die Filme bisher nicht für Zuhause gab.

Kürzlich ist nun Staffel 1 erschienen und bietet gleich drei der stärksten Romanverfilmungen rund um den kauzigen Ermittler aus Südschweden: „Die falsche Fährte“, „Die Brandmauer“ und „Mittsommermord“. Wie gewohnt verpackt Henning Mankell seine bitterböse Gesellschaftskritik in Kriminalfällen von besonderer Brisanz und Relevanz und entspinnt dabei ein komplexes Geflecht an Charakteren und Motiven, die im Laufe der Romane bzw. Verfilmungen Stück für Stück zusammengeführt werden.

Die großen Themen im Kleinen behandeln

Bei „Die falsche Fährte“ handelt es sich um den fünften Roman der Wallander-Reihe, der im Jahre 1995 in Schweden erschienen war. Ausgangspunkt der Handlung ist ein junges Mädchen, das sich vor den Augen Wallanders mit Benzin übergießt und anzündet. Scheinbar unabhängig von diesem schrecklichen Ereignis wird ein Politiker brutal ermordet und skalpiert. Im Laufe der Ermittlungen stoßen Wallander und seine KollegInnen auf Verflechtungen, an die sie im Traum nicht gedacht hätten. Die Themen Menschenhandel und Zwangsprostitution werden dem Zuschauer vor der Kulisse der südschwedischen Provinz brutal vor Augen geführt.

Nicht weniger komplex sind auch die Geschichten, die in den Romanen „Mittsommermord“ und „Die Brandmauer“ erzählt werden. Immer wieder blickt der Zuschauer in die Abgründe menschlicher Verhaltensweisen und immer wieder entsteht das Grauen im Kleinen. Mankell nutzt Szenen des Alltags, um die großen Themen, wie Globalisierung zu behandeln und dem Leser bzw. Zuschauer näher zu bringen.

Mit Kenneth Branagh wird Kommissar Wallander von einem Charakterdarsteller gespielt, der die Depressivität der Hauptfigur nicht nur spielt, sondern geradezu lebt. In der Art und Weise, wie er Wallander Leben einhaucht, ähnelt er nicht nur optisch sehr stark Rolf Lassgard, dem ersten Wallander-Darsteller. Neben Branagh haben die Produzenten einen durchweg starken Cast zusammengestellt, der bis in die Nebenrollen extrem glaubwürdig und ausdrucksstark die Feinheiten der einzelnen Charaktere herausarbeitet.

© Trailer: KrimiKollegen

Ob damals oder heute: Wallander funktioniert immer

Während Rolf Lassgard noch ohne Mobiltelefon und in einem alten Volvo unterwegs war, fährt Kenneth Branagh mit einer schicken Limousine zu den Tatorten und kann sich zudem auf sein permanent klingelndes Smartphone verlassen. Die Produzenten haben den Wallander der 1990er Jahre ins neue Jahrtausend transferiert und der Figur damit keinerlei Schaden zugefügt.

Die Neuauflage besticht durch ausgezeichneten Ton und Bild. Die Düsterheit der Stoffe kommt so optimal zur Geltung. Sehr schade ist es aber, dass keinerlei Bonus-Material vorliegt, über das sich Fans sicher sehr gefreut hätten. Nichtsdestotrotz: Wallander geht immer!

Stephan Kottkamp & Christian Funke