“The Concubine - Die Konkubine” (Capelight Pictures)

“The Concubine – Die Konkubine” (Capelight Pictures)

Regie: Kim Dae-seung

Cast: Cho Yeo-jeong, Kim Dong-wook, Kim Min-joon, Park Ji-young

Als Hwa-yeon erfährt, dass sie die Konkubine des Königs werden soll, ergreift sie zusammen mit ihrem Geliebten Kwon-yoo die Flucht. Doch das Paar wird von Hwa-yeons Vater, dem Vizeminister, und seinen Männern gefasst. Als ihr Vater die Hinrichtung Kwon-yoos befiehlt, willigt die junge Frau ein, sich dem Konkubinat im sündigen Palast zu verpflichten und somit die Rechte an ihrem Körper abzutreten, um das Leben ihrer großen Liebe zu retten. Fünf Jahre später ist sie Mutter eines Thronfolgers und der König liegt im Sterben. Nach dessen Tod ernennt die Königinmutter ihren leiblichen Sohn Sung-won zum Nachfolger, der sich schon lange nach der schönen Hwa-yeon verzehrt und sie nun um jeden Preis zu seiner Konkubine machen will. Hwa-yeon gerät in einen gefährlichen Strudel aus Begierde, Sex und Macht…

© Capelight Pictures

Meinung zur Veröffentlichung:

In den frühen Jahren der Joseon-Dynastie im Korea des 15. Jahrhunderts erfährt die junge Hwa-yeon (Cho Yeo-jeong, Parasite), dass sie die Konkubine des Königs werden soll, flüchtet sie mit ihrem Partner Kwon-yoo (Kim Jung-min). Doch die Liebenden werden gefasst und unter Druck fügt sich die junge Frau ihrem Schicksal, um das Leben ihres Geliebten zu retten.

Fünf Jahre vergehen, bis der König, dem die Konkubine mittlerweile einen Sohn gebar, unter ungeklärten Umständen verstirbt. Als die machthungrige Königinmutter ihren als Thronfolger ernennen möchte, beginnt ein intriganter und skrupelloser Machtkampf, in dessen Zentrum die junge Konkubine steht…    

Regisseur Dae-seung Kim (Chosun Masoolsa), der gemeinsam mit Yoon-Jung Hwang und Mi-jung Kim die literarische Vorlage von Soo-Mi Kim adaptiert, präsentiert mit dem im Jahr 2012 in Szene gesetzten The Concubine – Die Konkubine ein erotisches Historiendrama, welches den Zuschauenden in einen Strudel aus Verrat, Korruption, Missgunst und Manipulation zieht, bei dem die durch Parasite bekannte Cho Yeo-jeong die hierzulande wohl bekannteste Darstellerin sein dürfte. Die Konkubine ist ein pompös ausgestattetes historisches Kostümepos, welches in seiner Grundstruktur an die Tragödien William Shakespeares erinnert, dabei seine sehr düstere, oftmals brutale und inhaltlich komplexe Geschichte mit einer Prise ansprechend inszenierter Erotik anreichert und in seinen inhaltlichen Wendungen überrascht, aber auch die volle Aufmerksamkeit voraussetzt. Eine sehr stilsichere, wundervolle Bildästhetik trifft auf eine überaus überzeugend agierende Besetzung und weiß so im Vergleich zu thematisch ähnlichen Filmen positiv hervorzustechen. Ein in seiner Erzähldynamik sich gnadenlos aufbauender Film, der durch wundervolle, oftmals farbenprächtige Bilder besticht und lange nachklingt. Schön, dass dieser Film endlich auch hier eine der Qualität angemessene Veröffentlichung erfährt.

The Concubine – Die Konkubine (Originaltitel: Hoo-goong: Je-wang-eui cheob, Südkorea 2012) erscheint bei Capelight Pictures als DVD, Blu-ray, Video on Demand und 2-Disc Limited Collector’s Edition. Letztgenannte Edition stand mir zur Ansicht zur Verfügung und konnte durch eine wirklich wunderschöne Gestaltung überzeugen. Neben der roten Blüte und dem in goldener Farbe gedruckten koreanischen und englischen Schriftzug befand sich auf der Rückseite das goldfarbene Drachenwappen des im Film vorkommenden Adelsgeschlechts. Bild (1,85:1 / 1080p) und Ton (Deutsch, englisch & Koreanisch: dts-HD Master Audio 5.1) der von mir getesteten Blu-ray (eine inhaltsgleiche DVD lag der Veröffentlichung ebenfalls bei), im Bonusbereich gab es den Trailer und Filmtipps. Ergänzt und abgerundet wird die Veröffentlichung durch ein lesenswertes 24-seitiges Booklet, welches neben zahlreichen Film- und Charakter-Fotos ein Essay zum Genre des erotischen Historienfilms und die Biografien vom Regisseur und der Besetzung beinhaltete. Eine insgesamt wunderschöne und dem Film angemessene Veröffentlichung, die jede gut sortierte Sammlung bereichert.   

Capelight sei Dank, erfährt dieser wunderschön in Szene gesetzte und hervorragend gespielte südkoreanische Historienfilm auch hierzulande eine angemessene Veröffentlichung. Eine gut erzählte und insgesamt sehr spannende Geschichte und überzeugend agierende Darstellerinnen und Darsteller ergeben ein erotisches Historien-Liebesdrama, welches sich nicht hinter den großen chinesischen Klassikern zu verstecken braucht. Ein faszinierender Film, der nicht nur wegen der mittlerweile durch Parasite berühmten Cho Yeo-jeong überzeugen kann. Von mir gibt es eine eindeutige Empfehlung!

Christian Funke